19. Jahrhundert

Moritz Graf von Dietrichstein (1775-1864) : Portrait. - Kreide-Lithographie, 1832

Moritz Johann Carl Joseph Georg Graf von Dietrichstein (1775 Wien 1864) :

Porträt des Theaterintendanten, Erziehers des Herzogs von Reichstadt

Kreide-Lithographie auf aufgewalztem China, 1832

Gedruckt bei Hanfstaengl. München, 1832.

Darstellung auf China : 31,8 × 25 cm
Unterlagekarton 40,7 × 33,5 cm

Der Unterlagekarton rundum gebräunt und stockfleckig.
Die Darstellung aber lediglich etwas angestaubt und mit winzigen Fleckchen.

Vita : Dietrichstein trat 1791 in die österreichische Armee ein und nahm als Artillerieoffizier an den Feldzügen am Rhein, in den Niederlanden und in Bayern teil. 1798 wurde er Adjutant des FML Mack bei der neapolitanischen Armee. Nach deren Auflösung 1799 wurde Dietrichstein zusammen mit Mack auf der Rückreise nach Österreich völkerrechtswidrig in Bologna gefangen genommen und blieb bis 1800 in französischer Gefangenschaft. Danach quittierte er den Dienst und widmete sich der Förderung junger Künstler. Besonders nahm er sich des jungen Dichters H. von Collin an, dem er nach dessen frühem Tod 1811 ein Denkmal in Wien errichtete. Er machte sein Haus zu einem geistigen Mittelpunkt Wiens, in dem unter anderem Johannes von Müller, Josef von Hormayr und Beethoven regelmäßig verkehrten. 1814 wurde er während des Wiener Kongresses Dienstkämmerer bei König Friedrich IV. von Dänemark. Dieser kunstsinnige Fürst erkannte die besonderen Fähigkeiten Dietrichsteins und lenkte die Aufmerksamkeit des Kaisers auf ihn, der ihm 1815 die Erziehung des Herzogs von Reichstadt übertrug. In dieser sehr heiklen Position wurde er allen Anforderungen gerecht und gewann schließlich auch die Zuneigung und Verehrung des herangereiften Prinzen. Diese Tätigkeit dauerte bis 1831.
1819 wurde Dietrichstein Hofmusikgraf. Er reorganisierte die Verwaltung und die Ausbildung der Hofsängerknaben und betätigte sich selbst erfolgreich als Komponist. 1821-26 war er Direktor der kaiserlich königlichen Hoftheater. Trotz großer künstlerischer Bedenken trennte er aus Etatgründen die Oper vom Hofschauspiel und führte das Burgtheater, wie zu Zeiten Josephs II., als selbständige Anstalt. Unter seiner Leitung erlebte das Theater durch Heranziehung hervorragender Kräfte eine – allerdings durch die Zensur beschränkte – Blütezeit. Dietrichstein reorganisierte auch hier die Administration und Organisation und war für eine sparsame Verwaltung berühmt. 1823 führte er ein „Gesetz für die Mitglieder des Hofschauspiels“ ein, das bis zum Ende der Monarchie in Kraft blieb. 1826 übernahm er als Präfekt die Leitung der Wiener Hofbibliothek. Durch einen reichen Briefwechsel mit Gelehrten, Künstlern und gelehrten Anstalten, sowie durch Studienreisen an die Hofbibliotheken in Dresden und München angeregt, brachte er die Wiener Hofbibliothek auf den modernsten Stand. Die Anlegung der weltberühmten Musikaliensammlung, in die er das wertvolle Hofmusikarchiv überführte, und der nicht minder berühmten Wiener Autographensammlung ist sein Werk. Dietrichstein hatte dabei immer mit Geldknappheit zu kämpfen. Sie hinderte ihn auch, 1829 den Nachlaß Beethovens aufzukaufen, was noch heute eine empfindliche Lücke der Musikaliensammlung ist. 1833 erhielt er die Oberleitung des Münz- und Antikenkabinetts. Dietrichstein zog J. C. von Arneth an das Kabinett und unterstützte dessen neuen Aufstellungsplan. Es gelang ihm, die Sammlung durch Tausch und Ankauf entscheidend zu erweitern. 1845 legte er diese Ämter nieder und wurde Oberstkämmerer Kaiser Ferdinands I. Mit diesem Amt war jetzt die Oberleitung des Burgtheaters verbunden, dem er bis 1848 vorstand. Stärker als sein Vorgänger Rudolph Graf Czernin setzte sich Dietrichstein gegen die Zensur durch, doch war er durch sein hohes Alter nicht mehr in der Lage, die Leitung straff in der Hand zu halten, so daß diese Jahre als eine Zeit des künstlerischen Niedergangs des Wiener Burgtheaters gelten. 1848 wurde er von aufständischen Studenten gefangen genommen und trat von seinen Ämtern zurück. 1857 wurde er erblicher Reichsrat. Dietrichstein war Ritter des Goldenen Vließes und Mitglied von 17 ausländischen Akademien.” (Neue Deutsche Biographie – NDB)

75 EUR





A. H. Franke (Portrait) : Kupferstich von F. Müller, um 1820

Porträt : “A. H. Franke”.

Kupferstich von F. Müller, um 1820.

Darstellung : 19 × 15,2 cm – Blatt : 34,5 × 24,5 cm

Schönes, kräftiges Papier. Die Darstellung in sauberer Erhaltung.
Die breiten, weißen Ränder teils etwas altersfleckig und angestaubt.

45 EUR





Gustav Sundblad (1835 Augsburg - 1891 München) : Volkstypen. - Kleine Federzeichnung

Gustav Sundblad (1835 Augsburg – 1891 München) : Volkstypen.

Kleine Federzeichnung, unten re. signiert : “G. Sundblad”

Darstellung : ca. 8,5 × 9 cm.

Das Blatt ist alt auf etw. größeres Trägerpapier am Oberrand aufmontiert.
Rückseitig wird in sieben Zeilen die Unterhaltung der beiden Typen wiedergegeben (offensichtl. vom Künstler selbst verfaßt, in dt. Schrift).

Papier etw. ungleichmäßig beschnitten, obere re Ecke mit Knickspur. Trägerpapier verso mit Papierresten. Die Zeichnung selbst in schöner, unberührter Erhaltung. Typische Vorlage für eine illustr. Zeitschrift.

35 EUR





Porträt : Georg Wolfgang Panzer (1729 Sulzbach/Opf.-1805 Nürnberg). - Kupferstich, 1802

Georg Wolfgang Panzer (1729 Sulzbach/Oberpfalz – 1805 Nürnberg) : Portrait

Kupferstich von Josef Kellner, 1802.

Blattgröße : 10,5 x 13,9 cm
In schöner, nahezu unberührter Erhaltung.
Die rückseitigen Klebestreifen richten keinen Schaden an.

Vita : “… Nach dem Besuch der Stadtschule in Sulzbach und Privatunterricht bei Carl Friedrich Aichinger begann Georg Wolfgang Panzer 1747 an der Universität Altdorf das Studium der Philosophie und Theologie, das er 1749 mit der Dissertation “de falsis conclusione ex attributis divinis” zur Erlangung der philosophischen Magisterwürde abschloss.Von 1751 bis 1760 übte er das Pfarramt aus in Etzelwang, einem Dorf bei Nürnberg. Am 29. August 1760 wurde er zum Diakon bestellt an der Hauptpfarrkirche zu St. Sebald in Nürnberg; zwölf Jahre später, am 2. April 1772, übernahm er das Seniorat seines Kapitels und wurde im darauf folgenden Jahr zum Hauptpastor der Kirche ernannt. Im Folgenden bekleidete er auch das Amt eines Aufsehers, das heißt Leiters, der Nürnberger Stadtbibliothek. – Als Hauptpastor von St. Sebald führte Panzer kirchliche Neuerungen ein, u.a. schaffte er überflüssige Gottesdienste ab, führte die allgemeine Beichte ein und reformierte das Gesangbuch. Er war Mitglied in mehreren Gesellschaften: der Altdorfer und Leipziger Gesellschaft, der Nürnbergischen Gesellschaft zur Beförderung vaterländischer Industrie und des Pegnesischen Blumenordens, dessen Vorsteher er 1789 wurde. 1802 konnte er sein 50jähriges Amtsjubiläum und seine Goldene Hochzeit feiern; am 9. Juli 1805 starb Georg Wolfgang Panzer an den Folgen eines Schlaganfalls. Seine Frau war Rosine Helene Jantke, 1806 verstorben, die Tochter des Altdorfer Medizinprofessors Johann Jakob Jantke (1687–1768). Der Ehe entstammen zwei bekannte Söhne: Der Theologe Johann Friedrich Heinrich Panzer sowie der Botaniker Georg Wolfang Franz Panzer.Literarische Tätigkeit. Seit seiner Zeit auf dem Lande in Etzelwang hatte Panzer seine Studien vorangetrieben und seine literarische Tätigkeit kontinuierlich bis zu seinem Tode fortgesetzt. Neben Aufsätzen in Zeitschriften veröffentlichte er 45 selbständige Werke, darunter lateinische Gelegenheitsschriften, eine Reihe von Übersetzungen aus dem Englischen und Französischen, zum Teil auch geographischen Inhalts, theologische Schriften und eine Studie zu Ulrich von Hutten. Sein Hauptwerk indes wurde seine vielbändige Bibliographie, die für die Buchwissenschaft bis ins 20. Jahrhundert hinein zum Grundlagenwerk wurde. Für diese Tätigkeiten wurde Georg Wolfgang Panzer am 20. Juni 1799 von der philosophischen Fakultät der Universität Altdorf anlässlich seiner fünfzigjährigen Magisterwürde mit dem Diplom eines Doktors der Theologie geehrt. – Panzers umfangreiches bibliographisches Werk erfasst drei Gebiete: die ältesten Bibelausgaben, die ältere deutsche Literatur seit Erfindung der Buchdruckerkunst und die gesamte Literatur bis 1536. Darüber hinaus verfasste er eine Geschichte der Buchdrucker Nürnbergs und einen dreibändigen lateinischen Katalog der Bibliothek des Gottfried Thomasius, eines Nürnberger Arztes, mit 27 251 Nummern. Als Aufseher der Nürnberger Stadtbibliothek hatte Panzer begonnen, deren Bibeln zu verzeichnen: “Litterarische Nachricht von den allerältesten gedruckten deutschen Bibeln aus dem 15. Jahrhundert, welche in der öffentlichen Bibliothek der Reichsstadt Nürnberg aufbewahrt werden”, erschienen 1777; 1778 folgte die “Geschichte der Nürnbergischen Ausgaben der Bibeln von Erfindung der Buchdruckerkunst bis auf unsere Zeiten”. Davon ausgehend erfasste Panzer dann die Bibeldrucke und deren Übersetzungen auch über Nürnberg hinaus: “Ausführliche Beschreibung der ältesten Augsburgischen Ausgaben der Bibel, mit litterarischen Anmerkungen” (Nürnberg, 1780), “Versuch einer kurzen Geschichte der römisch-katholischen deutschen Bibelübersetzung” (Nürnberg, 1781) sowie den “Entwurf einer vollständigen Geschichte der deutschen Bibelübersetzung Dr. Martin Luthers vom Jahre 1517 – 1581” , ebenfalls 1781 in Nürnberg erschienen und 1791 durch eine zweite vermehrte Ausgabe ergänzt.Panzer lieferte zudem die erste umfangreiche Erfassung der Inkunabeln und Frühdrucke. In zwei Bänden erschienen zunächst 1788 (und erneut 1805) die “Annalen der älteren deutschen Litteratur oder Anzeige und Beschreibung derjenigen Bücher, welche von Erfindung der Buchdruckerkunst bis 1526 in deutscher Sprache gedruckt worden sind”; die zwischen 1793 und 1803 herausgegebenen “Annales typographici ab artis inventae origine usque ad annum MDXXXVI” erfassten nunmehr in insgesamt elf Bänden auch die Ausgaben in lateinischer Sprache. Diese Annales wurden zur Grundlage der Inkunabelforschung im 19. Jahrhundert und inspirierten unter anderem die seinerzeit moderne systematische Aufstellung 1826/38 von Ludwig Hain, die wiederum den von Konrad Haebler initiierten und seit 1925 fortlaufend gedruckten Gesamtkatalogs der Wiegendrucke ermöglichte, dessen Redaktion, und seit einiger Zeit auch Online-Stellung, heute von der Staatsbibliothek zu Berlin wahrgenommen wird” (Wikipedia 7.8.11)

65 EUR





Albert Emil Kirchner (1813 Leipzig -1885 München) : Soldat vor gotischem Kirchenportal

Radierung, unten rechts in der Platte sign. “A/E Kirchner fec.”
Die abgekürzten Vornamen in gegenständiger Ligatur.

Darstellung : 7,8 × 4,8 cm
Unterlagekarton : 28 × 19,7 cm

Die Radierung wurde vertieft auf einen Untersatzkarton aufgezogen.
Die Vertiefung ist in der Form eines Plattenrandes gestaltet. Unterhalb der Darstellung ein alter Trockenstempel : “… Club München”. Obwohl der Karton auf Vor- u. Rückseite Stockflecken zeigt, ist die Radierung selbst davon nicht betroffen.

75 EUR





Sechs gestanzte Spitzenbildchen (Heiligenbildchen)

6 gestanzte Spitzenbildchen, um 1900

Die Bildchen sind in ordentlicher Erhaltung,
wenn auch nicht taufrisch (siehe Rückseiten)

65 EUR zusammen