Oberländer, Gerhard (1907 Berlin – 1995 Offenbach/M.) :
Männliche Figur mit Bücherstapel und Schlüsseln
Lithographie,
mit Bleistift nummeriert und signiert :
Exemplar Nr. 10 von insgesamt 100 Exemplaren.
Blatt : 23 × 15,5 cm
In der linken/oberen Blattecke zwei winzige Fleckchen.
Am Oberrand rückseitig kleine Reste alter Passepartoutmontierung.
In der Vorzugsausgabe der Büchergilde Gutenberg „Der kleine Dingsda“, erschienen 1978, wurde diese lithograph. Darstellung beigelegt, dort allerdings – abweichend vom vorliegenden Blatt – mit einer Auflagenbezeichnung beziehungsweise einer Auflagenhöhe von 150 Exemplaren.
Vita : Nach Beendigung der Schulzeit in Berlin besuchte O. 1927 die Reimann-Schule und volontierte anschließend im Kaufhaus Wertheim als Dekorateur. Sieben Jahre arbeitete er als Werbegraphiker bei der Kaffeefirma Hinze und Küster. 1937-39 studierte er an der Berliner Akademie bei Ernst Böhm und dem Glasmaler Paul Plontke Malerei. Nach dem Militärdienst im 2. Weltkrieg lebte er seit 1945 als Kirchenmaler und freier Graphiker in Würzburg. Erst 1952 fand er zu seiner eigentlichen Berufung als Buchillustrator: Sein für Kinder von Freunden entstandenes Bilderbuch „Pingo und Pinga“ wurde 1953 von der Büchergilde Gutenberg in Frankfurt gedruckt. Nachhaltig gefördert durch den Verlagsleiter Helmut Dressler (1910–75), arbeitete O. seither in Frankfurt vor allem für die „Büchergilde“ und für den Ellermann Verlag in München, wo er seit 1961 lebte. Bis in die 70er Jahre entstanden 16 Bilderbücher, Hunderte von Illustrationen zu Werken der Weltliteratur (Stevenson, Defoe, Grimm, Grimmelshausen, Andersen, Bürger, Cervantes), zu Schul- und Kochbüchern, für Schutzumschläge und Einbände. Mit seinen Zeichnungen, die – fern von direkter Abschilderung – Gespinste spritziger und quirliger Linien (Feder oder Kugelschreiber) nur sparsam mit Farbe akzentuierten, schuf O. einen neuen Stil des Kinder- und Jugendbuchs nach 1945. Seine Werke erreichten außergewöhnlich hohe Auflagen, erschienen auch in fremdsprachigen Ausgaben und wurden vielfach ausgezeichnet. 1987 übersiedelte O. von München nach Offenbach; im dortigen Klingspor-Museum wird auch sein umfangreicher künstlerischer Nachlaß verwahrt.“ (Deutsche Biographie)
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